Im Jahre 1902 wurde auf Initiative von Heinrich Spitz, aus Bernau Innerlehen und dessen Bruder Adolf, eine Liste in Umlauf gebracht, auf der sich ein jeder eintragen konnte, sofern er bereit war, Feuerwehrdienst zu leisten und an regelmäßigen Proben teilzunehmen. Diese beiden Bernauer hatten als erste erkannt, wie hilflos man als einzelner den Flammen in einem fast ganz aus Holz gebautem Schwarzwaldhaus gegenüberstand. Nachdem sich innerhalb kürzester Zeit genügend Männer in die Liste eingetragen hatten, lud man am 4. Mai 1902 zur Gründerversammlung ins Gasthaus Rössle. Man einigte sich, den "Verein" Freiwillige Feuerwehr Bernau lnnerlehen und Riggenbach zu nennen.
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Adolf Spitz
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Mannschaft 1902
Durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges und dem damit verbundenen Kriegsdienst, wurde 1914 die Feuerwehr mit einem Schlag um ca. ein Drittel dezimiert. 1916 fehlte bereits die Hälfte und ein weiteres Jahr darauf blieb nur noch ein Drittel der ursprünglichen Mannschaft übrig. 1932 entschloss man sich, den Namen Freiw. Feuerwehr Bernau-lnnerlehen und Riggenbach den sich geänderten Umständen anzupassen und änderte diesen um in Freiwillige Feuerwehr Bernau.
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Mannschaft mit erster Feuerwehrspritze
Dies war nötig geworden, nachdem die damalige Löschgruppe aus Bernau-Außertal Antrag auf Aufnahme in die Wehr gestellt hatte, und dieser durch Abstimmung unter den Feuerwehrkameraden 1931 angenommen wurde. Bei dieser Löschgruppe handelte es sich um eine wild zusammen gewürfelte Mannschaft ohne Ausbildung und ohne jegliche Führungshierarchie, weshalb sie im Volksmund wohl auch als "Wilde Feuerwehr" bezeichnet wurde. 

1939 fand die letzte Sitzung des Feuerwehrausschusses statt, in der unter anderem auch den Termin der nächsten Generalversammlung festlegt wurde, die jedoch aus Kriegsgründen nicht mehr stattfand. 

Die nächste schriftliche Eintragung datiert bereits vom 7. Mai 1947. Dies verwundert insofern nicht, da 1945 nach Beendigung des II. Weltkrieges Deutschland total am Boden zerstört war und die meisten sich mehr schlecht als recht durch die Wirren der Nachkriegszeit zu kämpfen hatten.
So trafen sich im Mai 1947 die ersten Kameraden nach fast 8 jähriger Zwangspause im Gasthaus Rößle zur Wiederaufnahme der Feuerwehrtätigkeit. Man bemühte sich damals darum, die Bernauer Wehr wieder in ihrer ursprünglichen Form aufzubauen. Anfangs nutzte man ein normales Auto zum Transport des nötigen Materials. Ein Feuerwehrfahrzeug war nicht zu bekommen.

1951 erreichte man nach Neuaufnahme von 7 Kameraden einen Stand von 22 Wehrmännern. Durch die Anschaffung des ersten Feuerwehrfahrzeuges und
zweier Motorspritzen samt nötigem Zubehör durch die Gemeinde Bernau konnte die Schlagkraft erheblich gesteigert werden. 

 
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Urkunde 1902

Da sich aber im Laufe der folgenden Jahre die Gerätschaften schnell weiterentwickelten, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Kapazität des VW-Busses erschöpft war. So musste man die folgenden Jahre improvisieren, bis 1966 endlich ein Löschgruppenfahrzeug angeschafft wurde. 

1971 wurden die ersten Atemschutzgeräte angeschafft. Diese neue Technik brachte die Wehr in Sachen Sicherheit einen großen Schritt nach vorne. Ein weiterer Höhepunkt war 1973 der Umzug ins neue Feuerwehrgerätehaus.

1976 hielt man sporadisch Proben mit Jugendlichen ab an denen jeweils eine Hand voll Jungen teilnahm, deren Väter meist Feuerwehrkameraden waren. Da diese Jugendliche Spaß daran fanden und teilweise noch deren Schulkameraden hinzukamen, machte man sich Gedanken, diesen Versuch weiterzuführen und eventuell eine eigene Jugendfeuerwehr zu gründen. 

 
 
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Jugendfeuerwehr 1977

1977 reiften diese Gedanken zur Wirklichkeit heran.     Am 15. Juni 1977 wurde die Jugendfeuerwehr Bernau gegründet. Man zählte damals bereits 14 Mitglieder.

1980 wurde das Funkwesen eingeführt. Anlässlich eines „Tag der offenen Tür“, wurde die neue Funkzentrale im Gerätehaus eingeweiht. Dank der angeschafften Meldeempfänger, konnte die Sirenenalarmierung schrittweise abgeschafft werden.

1983 bekam die Wehr ihr erstes Tanklöschfahrzeug auf Unimogbasis ausgeliefert. Anlässlich der Generalversammlung am 12. Juni konnte das neue Fahrzeug erstmalig bestaunt werden.

1995 war es möglich geworden ein neues LF16/12 in Empfang zu nehmen. Anlässlich eines „Tag der offenen Tür“ wurde das neue Fahrzeug anhand einer kleinen Schauübung der Bevölkerung vorgestellt. 
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Altersabteilung
Heute ist unsere Wehr gut aufgestellt und wird von Seiten der Gde. Bernau sehr gut mit dem nötigen technischen Gerät ausgestattet. Auch der Ausbildungsstand unserer Wehr wird mit dem Besuch von Lehrgängen ständig verbessert. Unsere Mannschaftsstärke liegt zurzeit bei 46 Aktiven und 10 Jugendfeuerwehrleuten. Die Altersabteilung besteht aus 15 Kameraden.    

Auszug aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Bernau
Martin Böhler (Chronist)